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Game of Thrones – Nur lesen und Binge-Watchen, oder auch spielen?

Game of Thrones – Nur lesen und Binge-Watchen, oder auch spielen?

In wenigen Wochen beginnt die letzte Staffel von Game of Thrones, und die Vorfreude ist riesig!

9. April 2019 zuvor veröffentlicht

3x Game of Thrones für deinen PC

Während Jon Snow sich mit Ghost auf die letzten Schlachten der Serie vorbereitet, habe ich mir meinen (Shadow) Ghost geschnappt, und mir die Spiele von Game of Thrones mal genauer für Euch angeschaut. Das Schöne dabei war, dass mein Ghost direkt an den Fernseher angeschlossen war, sodass ich vom Binge-Watchen direkt aufs Binge-Gaming umschalten konnte, und wieder zurück. So eine Couch ist einfach unersetzlich.

Crusader Kings 2 – Game of Thrones Mod (TBS)

Crusader Kings 2 ist ein Turn-Based-Globalstategie-Spiel, dass im Zeitraum des europäischen Früh- bis Spätmittelalters spielt. Angefangen im Jahr 1066 führt man Schlachten, erobert Länder und setzt politische Intrigen durch, bis man 400 Jahre europäische Geschichte abgearbeitet hat.

Wer aber keine Lust auf König Jakob I und seinesgleichen hat, kann das Spiel mit einem Mod zu einem Game of Thrones-Klon machen. Dabei kommt ein sogenannter Total Conversion Mod zum Einsatz, der das gesamte Spiel komplett umbaut. An Stelle von Zentraleuropa findet man sich in Westeros wieder, und befehligt nun Einheiten aus Buch und Serie anstatt Kreuzritter und dergleichen. Die Aufmachung der Game-of-Thrones-Welt ist dabei sehr gut gelungen, genauso wie der eigens eingebaute Soundtrack, der dem aus der Serie verblüffend ähnlich ist.

Crusader Kings 2 ist an sich schon ein großartiges Spiel, dass einem mit geschichtlicher Genauigkeit und gut gemachten Szenarien bei Laune hält. Umso schöner finde ich es, dass der Game of Thrones-Mod dem Originalspiel in Sachen Qualität um Nichts nachsteht.

Game of Thrones – Cyanide Studios (RPG)

Das von Cyanide Studios produzierte Game of Thrones ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Entwicklerstudios gerne mal ein wenig erzählerische Freiheit herausnehmen. Offiziell spielt die Handlung parallel zur ersten Staffel von Game of Thrones, und immer wieder trifft man auch auf bekannte Orte und Gesichter. Ansonsten erzählt das Spiel die Handlungen zwei erfundener Charaktere. Zum einen spielt man als Alester Sarwyck, das rechtmäßige Oberhaupt des Hauses Sarwyck. Nachdem dieser vom Tod seines Vaters erfährt, dauert es nicht lange bis die Geschwister im Klinsch darüber liegen, wer die Familie anführen soll.  Während Alester versucht seine Brüder davon abzuhalten die Macht über das Haus an sich zu reißen, erfährt er von einer laufenden Verschwörung, die die Targaryans zurück an die Macht über die sieben Königreiche bringen soll.

Als wäre das nicht schon genug Aufregung, spielt man außerdem noch einen Ritter der Nachtwache: Mors Westford. Mors ist ein ehemaliger Ritter des Hauses Lannister, der in Ungnade gefallen ist und als Bestrafung  an die Mauer verbannt wurde.

Sobald man ein paar Quests erledigt hat, erhält der Spieler einen Brief von Jon Arryn in dem geschrieben steht, dass wir von nun an auf ein Mädchen namens Jeyne Greystone aufpassen sollen. Mit diesem Auftrag beginnt dann auch die eigentliche Handlung unseres zweiten Protagonisten. Die Story führt einen Richtung Süden und auf dem Weg erfährt auch Mors von der Targaryan-Verschwörung. Nun liegt es an den Protagonisten, diese zu stoppen.

Neben einer guten Story bietet Game of Thrones noch ein spaßiges Semi-Turn-Based-Kampfsystem. Öffnet der Spieler mit der Schultertaste das Skill-Menü, bewegt sich alles nur noch in Slow-Mo, während man sich die verschiedenen Spezialattacken für seine Gegner zurecht legt. Steigt man dann im Level auf, schalten sich neue Attacken frei, mit denen ihr Eure Gegner auf brutalste Art und Weise zur Strecke bringen könnt. Für Langzeitmotivation sorgen die beiden unterschiedlichen Protagonisten und ihre Spezialattacken. Aufleveln wird da schnell zur Sucht, weil man unbedingt neue Moves dazulernen will, mit denen man seine Kontrahenten auf noch kreativere Art töten kann.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat und was den Wiederspielwert deutlich erhöht, sind die verschiedenen Dialogoptionen, die sich sehr stark auf den weiteren Spielverlauf und das Ende auswirken. Wenn man in mehreren Durchgängen alle Optionen auslotet, kommt man auf beinahe zehn unterschiedliche Arten das Spiel zu beenden.

Cyanides Game of Thrones hält sich zwar nicht sklavisch an die Vorgaben aus Büchern und Serie, schafft es aber, eine packende Story über zwei neue Charaktere zu erzählen, die immer wieder mit bekannten Figuren und Schauplätzen der Serie in Verbindung kommen. Wer Westeros also mal aus einem anderen Blickwinkel sehen will, sollte sich dieses Spiel nicht entgehen lassen.

Game of Thrones – A Telltalegame Series (Adventure)

Während die meisten Spiele eher die kämpferische Seite von Game of Thrones für sich beanspruchen, geht Telltale genau den anderen Weg, und stellt die Lügen und Intrigen um den eisernen Thron in den Vordergrund.

Als Knappe Gared starten wir unser Abenteuer und müssen schon gleich zu Beginn miterleben, wie viele Mitglieder des Hauses Forrester ermordet werden. Mit den verbleibenden Forresters machen wir uns auf den Weg, um die Ehre unseres Hauses wiederherzustellen, und den Tod unserer Angehörigen zu rächen. Die Handlung spielt dabei nach dem Finale der dritten Staffel. Zwar verläuft die Handlung unserer Protagonisten parallel zur Serie, jedoch wird man immer wieder mit Hauptcharakteren konfrontiert, die mit einem über die verschiedenen Ereignisse von Westeros sprechen.

Im Fokus steht trotzdem das Haus Forrester, die sehr große Ähnlichkeit zur Stark-Familie hat. So ziemlich jedes Mitglied der TV-Starks wurde kopiert und als Forrester ins Spiel eingebaut, bis auf Asher Forrester und seine Freundin Beshka, die wegen ihrer Romeo-und-Julia-Affäre ins Exil verbannt wurden. Genau wie in der Serie folgt das Spiel nicht nur einem Handlungsstrang, sondern jedem einzelnen der übrig gebliebenen Forresters.

In der wundervoll umgesetzten Spielwelt wird die Familie in den Krieg der fünf Könige hineingezogen, und stehen, ähnlich wie die Starks, für die Gerechtigkeit ein. Bei Telltale Games führen viele Wege zum Ziel, und Game of Thrones ist da keine Ausnahme. Zahlreiche und gut geschriebene Dialogoptionen geben einem stets die Möglichkeit, auf unterschiedlichste Art und Weise seine Mission zu erfüllen. Die großartig inszenierten Charaktere tun dabei ihr Möglichstes so nahe wie möglich an die Originale aus Fleisch und Blut heranzukommen. Ramsay Bolton ist ein unberechenbarer Psychopath, und Cersei Lannister ist genauso kühl und berechnend wie in echt.

Game of Thrones – A Telltale Game Series ist genau das was man erwartet. Eine schöne Mischung aus spannenden Dialogen und kurzen Kampfsequenzen, mit dazugehörigen Quick-Time-Events, gepaart mit toller Game-of-Thrones-Atmosphäre und einer packenden Story. Die Forresters sind zwar kein fester Bestandteil der Serie, trotzdem baut man zu der vom Schicksal gebeutelten Familie eine Verbindung auf, und versucht sie durch kluges Handeln vor noch größerem Unheil zu bewahren. Kein anderes Spiel vermittelt dem Spieler ein so realistisches Gefühl, was es bedeutet ein Stark in Westeros zu sein, wie dieses. Wir sind zwar nicht die echten Starks, mussten aber trotzdem kennenlernen was es heißt, in dieser Welt für Gerechtigkeit zu kämpfen.

Diese drei Games sollten Euch bis zum Start der letzten Staffel mit Game of Thrones-Content mehr als gut unterhalten können. Ob Ihr es nun historisch-akkurat mögt, oder doch lieber die gestalterischen Freiheiten eines Entwicklerstudios durchlebt, bei diesen Games ist für jeden etwas dabei. Mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht Westeros aus einer anderen Perspektive, als die der Hauptcharaktere kennenzulernen. George R.R. Martin hat mit seinem „Ein Lied von Eis und Feuer“ eine riesige fantastische Welt kreiert, die nur darauf wartet von Lesern, Zuschauern und Gamern gleichermaßen erkundet und bereist zu werden.