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Warum sind Aufbauspiele in Deutschland so beliebt?

Warum sind Aufbauspiele in Deutschland so beliebt?

Aufbauspiele wie „Anno“, „Die Siedler“ und „Tropico“ sind in Deutschland so beliebt, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Aber warum?

16. April 2019 zuvor veröffentlicht

Ist es das Wesen des Deutschen, oder liegt es doch an der Vergangenheit?

Die Deutschen werden international oft als ein Volk aus humorlosen, über pünktlichen und super genauen Arbeitstieren dargestellt. Als Deutscher kann man das auch ein Stück weit nachempfinden. Es liegt einfach in der Natur des Deutschen alles genau kontrollieren zu wollen, Regeln und Verbote aufzustellen, und alles (wirklich alles!) bis ins kleinste Detail zu verwalten.

Unsere Detailverliebtheit prädestiniert uns für komplexe Endlosspiele, bei denen man denen jede Handelsroute und jede Produktionskette einzeln verwalten muss. Das wurde bereits im 18. Jahrhundert von dem Mathematiker Johann Hellwig erkannt, der das Spiel „Kriegsschach“ erfand.

So kreativlos der Name auch sein mag, das Spiel erfreute sich größter Beliebtheit im deutschsprachigen Raum, und legte somit den Grundstein für die Liebesbeziehung zwischen Deutschen und strategischen Brettspielen. Seitdem hat keine andere Region eine Vielzahl solcher Spiele hervorgebracht und verkauft.

Blättert man im Geschichtsbuch ein paar Seiten weiter, landet man in den 90ern. Deutschland ist seit kurzem wieder vereint, und Videospiele stecken noch in ihren pixeligen Kinderschuhen. Während sich die großen Videospiel-Länder mehr und mehr den Konsolen verschrieben haben, ist Deutschland dem PC treu geblieben.

Das bedeutet nicht, dass Konsolen von Nintendo, Sega und Sony in Deutschland keine Abnehmer gefunden haben, jedoch war der Anteil an PC-Gamern immer noch verhältnismäßig hoch. Rückblickend lässt sich diese Treue zum PC als einer der Hauptgründe für die Strategiespiel-Vernarrtheit der Deutschen ausmachen.

Mit dem technischen Fortschritt kamen auch immer mehr Spiele für PC und Konsolen heraus. Videospiele wurden langsam, aber sicher Mainstream-tauglicher, und Strategiespiele wie „Command & Conquer“, „Age of Empires“ und „Dune“ beherrschten den PC-Markt. Eine interessante Gemeinsamkeit dieser Titel ist, dass sie alle den Krieg, oder den Konflikt in den Fokus stellen, und Wirtschaft und Handel zur Nebensache erklären.

Trotz großer Beliebtheit dieser Spiele, war der deutsche Markt noch nicht gesättigt, wenn es um Strategiespiele geht. Deutsche Entwicklerstudios wie Blue Byte und Sunflower erkannten diesen Trend und entwickelten Spiele, die sich mehr auf Handel und Wirtschaft konzentrierten. Spiele-Reihen wie „Die Siedler“ und „Anno“ sind absolute Meilensteine, und zählen heute noch zu den Wegweisern im Strategie-Genre.

Die Beliebtheit von Strategiespielen im deutschsprachigen Raum lässt sich also auf drei Dinge zurückführen: Unsere historische Liebe zu Strategie-Brettspielen, die Treue der Gamer zum PC und deutsche Entwicklerstudios, die qualitativ hochwertige Spiele veröffentlichen, und damit das Genre seither dominieren.

Zur Freude vieler Gamer ist 2019 ein ausgesprochen gutes Jahr für Strategie-Fans. „Tropico 6“ wurde Ende März veröffentlicht, „Anno 1800“ soll in wenigen Tagen rauskommen, und auch „Die Siedler“ melden sich, mit einem Reboot des Klassikers aus 1993, zurück.

Strategiespiele sind eine wahre Prüfung für jedes Setup

Obwohl die Animationen von Strategiespielen in den 90ern und 2000ern sehr überschaubar waren, haben sie schon damals die stärksten Rechner ins Schwitzen gebracht. Die Technik hat sich über die Jahre weiterentwickelt, und somit auch die Spiele.

Heute wie damals sind Strategie-Spiele wie „Tropico 6“ eine schöne Art seinen Rechner an seine Grenzen zu bringen. Der Diktator „El Presidente“ gibt sein Comeback im sechsten Teil, und führt mit eiserner Faust, oder als geliebter Staatsmann sein Inselparadies. Die wundervoll-animierten Inseln, das türkis-blaue Wasser, sowie die zahlreichen Animationen der Inselbewohner fordern jedoch ihren Preis.

Wer hier keinen Shadow hat, sollte lieber schon mal einen Kühlraum für seinen Rechner anlegen, ansonsten wird das Ding schmelzen. Selbst die stärksten PCs müssen hier und da mal einen Drop in der Framerate hinnehmen, wenn das Inselparadies zu groß, zu komplex und zu lebhaft wird. Shadow hingegen behält auch im tropischen Inselstaat einen kühlen Kopf, und liefert ohne Probleme, oder Abstriche in der Performance.  

Aber auch die Anno-Reihe ist bekannt dafür, die stärksten Rechner in die Knie zu zwingen. Das konnte man auch ganz deutlich bei der Beta-Version von „Anno 1800“ am Anfang des Jahres feststellen. Kein System hat es geschafft, die Framerate ab einer bestimmten Bevölkerungszahl oben zu halten, sodass Blue Byte den Release-Termin verschieben musste, um es noch einmal für den Markt zu stabilisieren.

Persönlich kann ich es kaum erwarten den siebten Teil der Anno-Reihe endlich zu Zocken. Ein Glück, dass mein Shadow mehr als bereit ist, sich dieser Mammut-Aufgabe zu stellen, und ich mir keinerlei Sorgen um Frame-Rate-Drops und Grafikeinstellungen machen muss.

Freut Ihr Euch auch schon auf „Anno 1800“, oder seid Ihr erstmal mit „Tropico 6“ beschäftigt? Welches Spiel hat Euch zum Strategie-Fan gemacht, oder seid Ihr typisch-deutsch und mögt sowas einfach? Lasst mich wissen, was Ihr von Strategiespielen haltet, und auf welches Ihr Euch ganz besonders freut?

Euer
Max